Die Wallbergbahn

Wallberg-Kabinenbahn:

Länge der Bahn: 2.140 m
Anzahl der Kabinen: 50
Steigung: 74 %
Höhenunterschied: 825 m
Geschwindigkeit: 3,5 m/s
Kapazität: 550 Pers./h
Fahrzeit: 10 Minuten

Historie

Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1951 hat die Wallbergbahn mehr als 15 Millionen Fahrgäste befördert. Werfen Sie hier einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte der Wallbergbahn:

"ein traumhaft schönes, sicheres Schweben."

"Es ist ein traumhaft schönes, sicheres Schweben, das mit einzigartigen Blicken in das Tegernseer Tal, auf den Kranz der umliegenden Berge und auf die sich immer neu zeigenden Gipfel der Hochgebirgswelt überrascht. Die Unterhaltung verstummt, der Mund schweigt, Augen und Herzen öffnen sich."

Mit diesen begeisterten Worten hat der Heimatdichter Quirin Hagn im Jahr 1954 eine Institution im Tegernseer Tal beschrieben.

Zeichnungs-Schein zur Kapitalbeschaffung von 1927.

Wie alles begann...
Erste Pläne in den 20er Jahren

Die Geschichte der Bahn auf den Wallberg beginnt nicht erst mit ihrem Bau in den Jahren 1950 und 1951. Bereits in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte eine Gruppe um den Gasthofbesitzer Max Bachmair versucht, Investoren für die Errichtung einer Personenseilbahn zu gewinnen. Doch trotz einer in Aussicht gestellten Rendite von fast acht Prozent gelang es nicht, das für den Bau erforderliche Kapital zu sammeln. Das Projekt scheiterte.

Die Wallbergbahn Aktiengesellschaft beginnt mit dem Bau der Bahn

Gründung der Wallbergbahn AG am 10. Juni 1950

So blieb es einer Gruppe weitsichtiger Männer um den Ingenieur Kurt Becker, den örtlichen Kassenverwalter Sebastian Daimer und den Rechtsanwalt Dr. Karl Schnell vorbehalten, die Pläne für den Bau einer Bahn auf den Wallberg wieder aufzugreifen und am 10. Juni 1950 unter der Führung der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank eine Wallbergbahn Aktiengesellschaft zu gründen, die nur wenige Tage später mit dem Bau der Bahn begann.

Betonieren der Fundamente für die Stützen.

Bau der Bahn
... in nur neun Monaten

Beim Bau der Bahn folgte man der bereits zwanzig Jahre zuvor projektierten Trasse. Diese führte über eine Länge von 2.130 Metern an der westlichen Seite des Brunnentalgrabens auf das 1.624 Meter hoch gelegene Plateau zwischen dem Wallbergkircherl und dem eigentlichen Gipfelanstieg.

Die Wallbergbahn Aktiengesellschaft beginnt mit dem Bau der Bahn.

Die Bauarbeiten führte eine aus den Münchner Firmen Held & Francke und Josef Riepl gebildete Arbeitsgemeinschaft unter größtmöglicher Beteiligung einheimischer Bau- und Handwerksbetriebe durch. Für die Bahn selbst entschied man sich für eine Zwei-Seil-Umlaufkabinenbahn der Kölner Firma J. Pohlig AG mit 42 Kleinkabinen für jeweils vier Personen.

In festlichem Glanz erwartet die Talstation am 20. April 1951 die Festgäste zur Einweihung der Bahn.

Ein besonderer Tag
... für das Tegernseer Tal

Obwohl der Winter 1950 früh einsetzte und starken Schneefall mit sich brachte, konnte der Bau der Bahn mit der Berg- und Talstation nach nur neun Monaten termingerecht abgeschlossen werden. Am 20. April 1951 wurde die Wallbergbahn feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

Blick von der Bergstation auf die Bahn und das Tal.

Dem Tegernseer Tal war mit der Wallbergbahn nicht nur eine touristische Attraktion und der Gemeinde Rottach-Egern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geschenkt worden. Die Bahn auf den „Walwer“ fügte sich in die herrliche Landschaft ein, so als wäre sie immer schon ihr Bestandteil gewesen.

Auf der Sonnenterrasse des Wallberghauses.

Gastlichkeit
...am Wallberg
Nur wenige Wochen nach Einweihung der Bahn wurde neben der Bergstation ein Gasthaus errichtet, das im Innenbereich und auf der Terrasse jeweils 200 Menschen Platz bot.

Das 1953 neben dem Gasthaus erbaute Hotel verfügte über elf Zimmer mit 23 Betten und bot nicht zuletzt zahlreichen Prominenten aus Film- und Musikszene sowie aus Sport und Politik Ruhe und Erholung.

Schließlich zählte ab Beginn der sechziger Jahre auch das Café Alpenwildpark an der Talstation zum Angebot der Wallbergbahn.

Skirennen am Wallberg 1953

Wintersportgebiet der Superlative

Große Bedeutung erlangte der einst für seine schnelle Rodelbahn bekannte und beliebte Wallberg - und mit ihm die Bahn - in den fünfziger Jahren als Wintersportgebiet.

Die bereits 1934/35 geschaffene Standardabfahrtstrecke, die schnell und wechselvoll über den Erlen- und den Glaslhang hin zum gefürchteten Kanonenrohr führte, wurde im Winter 1951/52 durch eine zweite Abfahrtstrecke ergänzt.
Aufmerksamkeit weit über das Tegernseer Tal hinaus erlangte der von der Wallbergbahn AG gestiftete „Goldene Schild vom Wallberg“. Das zwischen 1951 und 1959 vom Skiclub Rottach-Egern veranstaltete Rennen wurde sogar als offizieller Abfahrtslauf der Fédération Internationale de Ski (FIS) ausgetragen. Den Streckenrekord hält bis heute Toni Sailer mit einer Bestmarke von 2.22,7 Minuten aus dem Jahr 1954.

Panoramarestaurant mit seiner 270° Glasfassade.

Der Wallberg heute!
...mit Vollgas in die Zukunft!

Im April 1982 erwarb der Münchner Bauunternehmer Josef Schörghuber die Anteile der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank an der Wallbergbahn AG. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten wurde die Bahn saniert und technisch modernisiert. So wurden 1995 die zu diesem Zeitpunkt 44 alten Kabinen durch 50 neue ersetzt. Im Jahr 1998 stellte die Wallbergbahn GmbH mit dem Bau des Panoramarestaurants an der Bergstation der Bahn eine weitere wichtige Weiche für die Zukunft.

Im Dezember 2001 kehrte man schließlich mit der Eröffnung der 6,5 km langen Naturrodelbahn zu den Wurzeln des Wintersports am Wallberg zurück. Die ehemalige Standardabfahrt über den Glaslhang ist zwischenzeitlich als Skiroute ausgewiesen und erfreut sich bei Individualisten und Tiefschneefans größter Beliebtheit.